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Anke Jobi ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, 1967 geboren, verheiratet, Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Söhnen und wohnt mit Familie und zwei Hunden im schönen oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Seit einigen Jahren bloggt sie recht erfolgreich über Themen rund um die Hundeernährung, ist freie Autorin für verschiedene Hundemagazine, Buchautorin und hält Vorträge, Seminare und auch Online-Seminare. Sie schaut gerne über den Teller- und Napfrand und setzt sich für die artgerechte Tierhaltung von Nutztieren ein.

Eat Small: Anke, du bist Spezialistin (und Beraterin) für Tierernährung. Kannst du uns erklären, was der Inhalt deiner Arbeit ist?

AJ: Bis Anfang letzten Jahres habe ich einige Jahre Hundehalter individuell beraten und bei der Ernährung ihrer Hunde auf diesem Weg unterstützt. Seit etwa 5 Jahren blogge ich außerdem zu dem Thema auf www.clean-feeding.de und mir macht das Schreiben großen Spaß. Deshalb habe ich mich entschieden, einen neuen Weg zu gehen. 2017 habe ich den Online-Campus Hundeernährung gegründet. Dort können Hundehalter in Online-Kursen alles Mögliche rund um die Hundeernährung lernen. Neben meinem Blog schreibe ich außerdem für diverse Hundemagazine und habe im Februar diesen Jahres mein erstes Buch veröffentlicht, das « Clean Feeding » heißt, wie mein Blog.

Eat Small: Clean Feeding: Was bedeutet das für dich?

AJ: Clean Feeding heißt übersetzt saubere Fütterungund bezieht sich natürlich auf die menschliche Variante Clean Eating. Man bemüht sich, das Futter so nachhaltig, frisch und gesund wie möglich zu machen. Wie weit man damit geht, ist aber jedem selber überlassen, denn bei der Fütterung eines Hundes spielen viele Faktoren eine Rolle. Kurz zusammengefasst meint Clean Feeding:

  1. Das Futter wird so wenig verarbeitet wie möglich
  2. Es wird auf die Tierhaltung der Nutztiere geachtet und die Herkunft der Nahrungsmittel
  3. Man füttert möglichst regional und so saisonal
  4. Das Futter wird bekömmlich und ausgewogen für den individuellen Hund gestaltet
  5. Man achtet darauf, dass die Zutatenliste bei Fertigprodukten verständlich ist, nicht so lang und keine Fremdwörter darin vorkommen
  6. Teilen Sie die Reste Ihrer eigenen gesunden Mahlzeiten (Reis, Gemüse, Fleisch).

Eat Small: Du beschreibst dich als Querdenkerin. Warum benutzt du dieses Wort?

AJ: Im Bereich Hundeernährung kursieren sehr viele Gerüchte und ich habe irgendwann angefangen, den Wahrheiten auf den Grund zu gehen. Ich stelle zu den Aussagen, die man so findet, Fragen, die über den Tellerrand schauen. „Ist das so?“ oder „Warum ist das so?” sind Fragen, die ich immer wieder stelle. Und dann beiße ich mich fest wie ein Terrier, bis ich bekomme was ich möchte: eine passende und vor allem plausible Antwort.

Eat Small: Ist es deiner Meinung nach sinnvoll, Hunden ein nachhaltiges Futter aus Insekten anzubieten? Welche Perspektiven gibt es zu beachten?

AJ: Ja, auf jeden Fall macht das Sinn. In der Zukunft wird man sich immer mehr Gedanken machen, wie man die Proteinversorgung ohne Massentierhaltung gestalten kann und das nicht nur beim Hund, sondern auch was uns Menschen betrifft. Insektenproteine für Hunde sind eine sehr gute Alternative, da für ihre Produktion nur ein Bruchteil der Ressourcen verbraucht wird, im Gegensatz zu Fleisch. Daneben kann man außerdem den Proteingehalt grundsätzlich für die meisten Hunde senken, denn sowohl beim Barfen als auch durch viele Fertigfutter wird der Hund überversorgt. In der Zukunft werden zudem sicher noch andere Proteinquellen eine Rolle spielen, wie z. B. pflanzliche Quellen (Hülsenfrüchte als Beispiel) oder auch die Herstellung von künstlichem Fleisch.

Eat Small: Ist es wichtig, einen hohen Proteingehalt in der Ernährung eines Hundes zu haben?

AJ: Nein, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie das heute der Fall ist. Sowohl durch Fertigfutter als auch beim Barfen sind ein Großteil der Hunde heute überversorgt mit Proteinen. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein (es kann aber, je nach Gesundheitszustand), ein Vorteil ist es aber ebenfalls nicht.

Eat Small: Wie siehst du die Zukunft der Tiernahrung?

AJ: Ich glaube, dass der aktuelle Trend, Hunde mit viel Fleisch zu versorgen, bald rückläufig sein wird. Zudem wollen die Hundehalter immer genauer wissen, was im Futternapf ihres Lieblings landet. Sie möchten die Rationen natürlicher gestalten und auch bei Fertigfutter sehen sie gerne, wenn gesunde Komponenten enthalten sind. Auch die Rolle des Getreides wird sich wohl wieder ändern, es wird wieder wichtiger werden, zumal in Getreide ja z. B. auch ein guter Anteil Proteine enthalten ist. Auch für Hunde werden pflanzliche Nahrungsmittel wieder wichtiger werden, sowie auch proteinhaltige Alternativen wie nahrhafte Hundefutter aus Insektenprotein.

Eat Small: Anke, vielen Dank dafür, dass du an diesem Interview mit Eat Small, Insect Power for pets and nature teilgenommen hast und so deine Professionalität und Erfahrungen zum Besten geben konntest! Wir empfehlen jedem, deine Webseite www.clean-feeding.de zu besuchen, deine sehr interessanten Blog-Artikel zu lesen, sowie dein Buch und mehr über Clean Feeding zu erfahren.

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